Deutschland und das umkämpfte Mittelfeld

Im Innovationsindikator 2011 liegt Deutschland auf einem guten vierten Platz. Mit einem Indikatorwert von 57 muss es lediglich die schon immer sehr gute Schweiz (Indexwert 76), Schweden (61) sowie das neu in die Spitzengruppe gekommene und in diesem Bericht zum ersten Mal analysierte Singapur (63) vorbeiziehen lassen. Damit hat Deutschland in den vergangenen Jahren einige Plätze gutmachen können, was einerseits auf die gesteigerten Innovationsanstrengungen der Wirtschaft und der Politik sowie insbesondere auf die gesteigerten öffentlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung zurückzuführen ist. Andererseits haben einige Länder unter der Weltwirtschaftskrise stärker gelitten, sodass sich Deutschland auch deshalb verbessern konnte.

Das Ranking im Bereich des Mittelfeldes von Platz 4 bis Platz 17, das von Deutschland angeführt wird, ist sehr eng, sodass kleinere Änderungen in den Indikatorwerten sich auf das Gesamtranking auswirken können. Die Abbildung auf dieser Seite zeigt, wie nah die Länder bei den Indexwerten beieinander liegen.

Der Innovationsindikator bildet die Position eines Landes immer relativ zur Vergleichsgruppe aller untersuchten Länder ab. Daher kann ein Land nur dann kontinuierlich vorne bleiben, wenn es dauerhaft an der Erhaltung der eigenen Position arbeitet. Insofern bedeutet Stillstand im Innovationswettbewerb immer Rückschritt.

Wie keinem zweiten Land gelingt es der Schweiz bereits seit vielen Jahren, die anderen aufstrebenden und innovationsorientierten Länder auf Distanz zu halten. Die Schweiz hält über nahezu den gesamten Zeitraum einen konstant hohen Wert beim Innovationsindikator. Nur wenigen Ländern ist es gelungen, ähnlich gute Positionen wie die Schweiz zu erreichen. Diese Spitzengruppe (Schweiz, Singapur, Schweden) wird verfolgt von einem breiten Mittelfeld an Ländern. Dieses reicht von Deutschland mit einem Indikatorwert von 57 bis Südkorea mit 43 Punkten. Deutschland liegt gleichauf mit Finnland nur knapp vor den Niederlanden (56) und Norwegen (55). Diese vier Länder unterscheiden sich in ihrer gesamten Innovationsfähigkeit somit nur unwesentlich.

Hinter dieser Gruppe von Ländern stehen im diesjährigen Ranking Österreich und die USA (Indexwert 53). Dabei hat gerade Österreich in den vergangenen beiden Jahren einige Plätze gutmachen können. Nachdem es seit Beginn des neuen Jahrtausends konstant etwa auf dem 14. Platz lag, erreicht es nach den Prognosen für 2010 nun den achten Rang. Österreich hat wie vielleicht kein zweites Land der EU das sogenannte Barcelona-Ziel ernst genommen, nämlich die gesamtwirtschaftlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf drei Prozent des BIP zu erhöhen. Durch kontinuierliche Ausgabensteigerungen bei gleichzeitig offensiven innovationspolitischen Maßnahmen wie beispielsweise einer großzügigen steuerlichen FuE-Förderung konnte die FuE-Quote von 1,8 Prozent im Jahr 1998 auf 2,8 Prozent im Jahr 2010 gesteigert werden. Gleichzeitig konnte die österreichische Wirtschaft ihren Innovationsoutput deutlich erhöhen.

Gesamtindikator
Schweiz
76
Singapur
63
Schweden
61
Deutschland
57
Finnland
57
Niederlande
56
Norwegen
55
Österreich
53
USA
53
Belgien
52
Kanada
51
Taiwan
50
Dänemark
50
Frankreich
50
Großbritannien
49
Australien
48
Irland
47
Korea
43
Japan
39
Spanien
24
China
18
Italien
16
Indien
12
Russland
10
Brasilien
0
Südafrika
0
Alle Berechnungen auf Basis der neuen Methode
Quelle: Innovationsindikator 2011

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