Frankreich und Dänemark

Während Frankreich seit Beginn der 1990er-Jahre stetig an Boden verloren hat und von einem ehe-maligen Spitzenplatz ins untere Mittelfeld auf Platz 14 abgerutscht ist, hat sich Großbritannien stets im Mittelfeld befunden und war von leichten Schwankungen abgesehen auch früher schon auf seinem aktuellen Platz 15 zu finden. Für die Erosion der französischen Innovationskapazitäten sind mehrere Faktoren innerhalb des Innovationssystems verantwortlich. Sowohl in der Wissenschaft als auch im Bildungssystem, bei den staatlichen Rahmenbedingungen und in der Wirtschaft kam es zu teilweise deutlichen Verschlechterungen. Erst in der jüngsten Zeit hat sich der französische Staat wieder verstärkt der Innovationspolitik zugewendet und dabei das alte Konzept der nahezu ausschließlichen Förderung nationaler Champions zugunsten einer breiten Innovationsförderung und der Entdeckung von kleinen und mittelgroßen Unternehmen als Zielgruppe des innovationspolitischen Handelns verändert. Man hat dabei teilweise Anleihen bei Deutschland und anderen Ländern gemacht, beispielsweise bei der Clusterförderung oder zuletzt mit den Carnot-Instituten bei der Rolle der Fraunhofer-Gesellschaft in der deutschen Forschungslandschaft. Anders als hierzulande, wo sie noch gänzlich fehlt, dürfte gerade die Reform der steuerlichen Förderung von Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen in Unternehmen mittelfristig positive Effekte für Frankreich zeigen. Reformen der staatlichen Innovationslandschaft und neue Innovationsinstrumente wie die Pôles des Competitivité – ähnlich dem deutschen Spitzenclusterwettbewerb – haben eine neue Motivation ins System gebracht und den zentralstaatlichen Interventionismus etwas aufgebrochen. Man darf also auf Frankreich hoffen, wenngleich an vielen Stellen – vor allem bei den öffentlichen und privaten Investitionen – aktuell noch keine Dynamik zu verzeichnen ist. Frankreich ist aber bei diesen Aspekten auch nicht weiter zurückgefallen.

Dänemark fällt zurück
Für Dänemark hat der Innovationsindikator 2009 noch eine deutlich bessere Position ausgewiesen. Dänemark befand sich auch nach der neuen Berechnungsmethode des Innovationsindikators noch bis vor wenigen Jahren im oberen Mittelfeld, wenngleich es auf Basis der hier verwendeten 38 Indikatoren niemals einen Spitzenplatz einnehmen konnte. In jüngerer Zeit reicht jedoch das Engagement für einige Inputgrößen gerade in den Bereichen Bildung und Gesellschaft nicht mehr aus.

 

Subindikator Wissenschaft
Schweiz
94
Dänemark
84
Finnland
76
Schweden
70
Niederlande
66
Singapur
61
Belgien
60
Irland
60
Deutschland
60
Österreich
59
Norwegen
58
Kanada
58
Australien
55
Frankreich
54
USA
51
Großbritannien
50
Japan
33
Korea
32
Spanien
28
Taiwan
21
Italien
12
Brasilien
0
China
0
Indien
0
Russland
0
Südafrika
0
Alle Berechnungen auf Basis der neuen Methode
Quelle: Innovationsindikator 2011

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