Innovationsherd Asien

Heterogenes Profil

Südkorea nimmt beim Innovationsindikator seit einigen Jahren konstant den 18. Platz ein, was vor dem Hintergrund der dynamischen Entwicklungen in einzelnen Indikatoren wie beispielsweise den Patentanmeldungen oder auch der relativ hohen Forschungs-und-Entwicklungs-Quote (FuE-Quote) am Bruttoinlandsprodukt von mehr als 3,3 Prozent zunächst überrascht. Insgesamt ist das südkoreanische Profil bei den untersuchten Einzelindikatoren allerdings sehr heterogen. Zwar finden sich Spitzenplätze bei Bildung, FuE-Quote oder der Anzahl der Forscher, gleichzeitig erreicht Südkorea aber sehr schlechte Werte bei der Beschäftigung von Hochqualifizierten und beim Wissenschaftssystem. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf ist in Südkorea im Vergleich zu den anderen untersuchten Ländern ebenfalls am unteren Ende anzusiedeln. Dies spiegelt die mangelnde Fähigkeit der südkoreanischen Wirtschaft wider, die Investitionen in Bildung, Forschung und Entwicklung in Wertschöpfung zu überführen.

Südkoreanisches Bildungssystem
Südkorea ist zwar PISA-Sieger und verzeichnet einen hohen Anteil an Hochschulabsolventen, andererseits kämpft das Land aber auch mit einer hohen Zahl an arbeitslosen naturwissenschaftlich-technisch Ausgebildeten. Das südkoreanische Bildungssystem ist offensichtlich in der Grundbildung sehr gut auf die Vermittlung von Kernkompetenzen abgestimmt. Die Ausbildung an den Universitäten ist von sehr unterschiedlicher Qualität, sodass eine Vielzahl von jungen Menschen auf den Arbeitsmarkt strömt, die für diesen keine adäquaten und einsetzbaren Qualifikationen mitbringen. Zwar gibt es in Südkorea viele Hochschulen, der Anteil der guten Hochschulen ist allerdings gering.

Was für die Hochschulbildung gilt, gilt ähnlich auch für die Hochschulforschung. Die Qualität und Quantität der wissenschaftlichen Publikationen ist eher niedrig. Selbst wenn man die Nachteile aufgrund von Sprachbarrieren und geringer internationaler Sichtbarkeit berücksichtigt, würde man vom südkoreanischen System auffrund der Investitionen und der Ziele mehr erwarten.

Wenige Kooperationen
Das südkoreanische Innovationssystem ist ähnlich wie das japanische sehr wenig auf (internationale) Kooperation ausgerichtet, was die geringen Anteile von internationalen Kopublikationen oder Kopatenten belegen und durch verhältnismäßig niedrige FuE-Investitionen Südkoreas im Ausland bestätigt wird. Ein modernes Innovationssystem braucht allerdings Offenheit und Durchlässigkeit, um auch international erfolgreich zu sein. Dies gilt umso mehr, wenn der Schwerpunkt der Aktivitäten auf komplexen Technologien beruht, die eine große Bandbreite an interdisziplinärem Wissen erfordern. Da auch im Fall Südkoreas die Inputindikatoren bereits ein deutlich höheres Niveau widerspiegeln als die Outputindikatoren (siehe Abbildung), ist für die Zukunft mit einer Verbesserung der Gesamtposition zu rechnen.

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Ausblick: Asien

Gesamtindikator
Schweiz
76
Singapur
63
Schweden
61
Deutschland
57
Finnland
57
Niederlande
56
Norwegen
55
Österreich
53
USA
53
Belgien
52
Kanada
51
Taiwan
50
Dänemark
50
Frankreich
50
Großbritannien
49
Australien
48
Irland
47
Korea
43
Japan
39
Spanien
24
China
18
Italien
16
Indien
12
Russland
10
Brasilien
0
Südafrika
0
Alle Berechnungen auf Basis der neuen Methode
Quelle: Innovationsindikator 2011

Forschungsstandort Fernost

Exzellente Infrastrukturen, gut ausgebildete Fachkräfte und steuerliche Vorteile: Asien bietet deutschen Unternehmen ideale Standortbedingungen für Innovationsprozesse.
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Subindikator Wirtschaft
Schweiz
70
Taiwan
61
Norwegen
61
Singapur
60
Schweden
59
Deutschland
59
USA
56
Niederlande
53
Finnland
50
Belgien
50
Korea
50
Japan
49
Frankreich
49
Österreich
48
Großbritannien
45
Irland
44
Dänemark
44
Kanada
35
Australien
32
Spanien
31
Russland
29
China
28
Indien
17
Italien
14
Südafrika
11
Brasilien
6
Alle Berechnungen auf Basis der neuen Methode
Quelle: Innovationsindikator 2011