Berufliche Bildung

Duales System sichert Innovationen

Erfolgreiche Innovationen entstehen im Team. Nur Hand in Hand mit qualifizierten Fachkräften bringen deutsche Forscher und Entwickler in Unternehmen und Forschungseinrichtungen ihre Erfindungen auf den Weg. Garant für die fachliche und soziale Qualifikation der Mitarbeiter ist das duale Ausbildungssystem. National wie international genießt es große Anerkennung. 

Das berufliche Bildungssystem in Deutschland bietet jungen Menschen ein breites Spektrum an Ausbildungsberufen. Die genaue Anzahl variiert von Jahr zu Jahr, weil neue Ausbildungsberufe hinzukommen, bestehende modernisiert werden und weniger gefragte wegfallen. Derzeit sind es nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung 348. Viele Berufe entstehen im Kontext der Innovationsfähigkeit der Wirtschaft, richten sich nach ihrem Bedarf. Die  Arbeitgeber sind über Kammern und Verbände an der Festlegung der Ausbildungsinhalte beteiligt und anders als in anderen Staaten fest in das deutsche Berufsbildungssystem eingebunden. „Zwischen 2001 und 2010 sind 45 Berufe neu entstanden, 163 modernisiert worden“, erklärt Dr. Günter Walden, Leiter der Abteilung Sozialwissenschaftliche Grundlagen der Berufsbildung am Bundesinstitut für Berufliche Bildung.

Berufsbilder wie das der Chemielaboranten sind den veränderten Anforderungen in den Schlüsseltechnologien angepasst worden.
Berufsbilder wie das der Chemielaboranten sind den veränderten Anforderungen in den Schlüsseltechnologien angepasst worden.

Praxisnahe berufliche Ausbildung
Insbesondere für die neuen Schlüsseltechnologien wie Werkstofftechnologie, Nanotechnologie, Optische Technologie, Mikrosystemtechnik oder Life Science sind neue Ausbildungsberufe entstanden oder angepasst worden. Dazu gehört der Chemie-, Physik-, Biologie-Laborant oder Pharmakant, die sehr praxisnah nach einer Art Bausteinsystem ausgebildet werden und die Spezialisierung der Ausbildungsbetriebe berücksichtigen. Die große Stärke der deutschen Berufsbildung liegt dabei im dualen System, das in der jüngsten Studie der OECD zur beruflichen Bildung gute Noten bekommen hat. Gegenüber vollschulischen Ausbildungsgängen, die vor allem im europäischen Ausland dominieren, haben Auszubildende im dualen System den Vorteil, dass sie schon während der Ausbildung in die betrieblichen Abläufe und technischen Prozesse eingebunden sind und sich spezialisieren können. Das duale System verbindet Lernen im Betrieb mit dem Lernen in der Schule. Lange Einarbeitungszeiten und auch -kosten entfallen.

Effektiver Beitrag zum Innovationsprozess
Etwa 60 Prozent der 15- bis 16-Jährigen entscheiden sich in Deutschland nach der Pflichtschulzeit für eine Berufsausbildung. 75 Prozent davon kommen im dualen System unter, der Rest beginnt vollschulische Ausbildungen oder weitere Qualifizierungsmaßnahmen. „Dieses Potenzial an nicht-akademischen Mitarbeitern ist von zentraler Bedeutung für den Innovationsprozess und die im Vergleich zu anderen Ländern hohe Forschungseffizienz in Deutschland“, weiß Prof. Dr. Sigmar Wittig, ehemaliger Rektor der Universität Karlsruhe sowie von 2002 bis 2007 Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Dies gelte für Entwicklungen in Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Universitätsinstituten. „Denn die abgestimmte Zusammenarbeit von hervorragend ausgebildeten Technikern, Laboranten und handwerklich geschulten und erfahrenen Fachkräften mit den anwendungsorientierten Wissenschaftlern und Entwicklungsingenieuren ist von unerlässlicher Voraussetzung für den Erfolg innovativer Produkte hoher Qualität“, so Prof. Sigmar Wittig weiter. Wichtig sei ihr Prozess- und Erfahrungswissen insbesondere für die ersten Schritte in der Vorentwicklung, bei der Bereitstellung von Modellen und Prototypen sowie bei der Überprüfung, Umsetzung und Praktikabilität. Eine Vielzahl von neuen Ideen und Anregungen bis hin zu Patentanmeldungen entstünden aus der gemeinsamen Arbeit. „Unsere Untersuchungen zur Beschäftigungsentwicklung bestätigen diesen komplementären Zusammenhang“, bemerkt Dr. Günter Walden. Die Beschäftigung von Hochschulabsolventen produziert einen zusätzlichen Bedarf an Mitarbeitern auf der mittleren Qualifikationsebene.

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Datenreport zum Berufsbildungsbericht des BIBB (PDF)
OECD-Länderstudie: Berufiche Bildung in Deutschland (PDF)

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75
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4
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0
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0
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Quelle: Innovationsindikator 2011

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